Kirchliche Neuordnung

Seit den 1520er Jahren kam es mit der Durchsetzung der reformatorischen Lehre in einzelnen Territorien des Reiches auch zu einer Neuordnung des Kirchenwesens in den betreffenden Herrschaften. Vormals bischöfliche Gesetzgebungs-, Rechtsprechungs- und Ordnungskompetenzen übernahm der jeweilige Landesherr. So wurden beispielsweise die Armenfürsorge und die Form der Gottesdienste der reformatorischen Lehre entsprechend geregelt.

Dokumente

Martin Luther schreibt von der Wartburg an Georg Spalatin und spricht sich gegen eine Gefangennahme oder Hinrichtung der sogenannten Zwickauer Propheten aus

Datierung:
17. Januar 1522
Am 17. Januar 1522 kündigte Luther an, dass er aus der „Einöde“, wie er sein Versteck auf der Wartburg in Anlehnung an den Rückzugsort frühchristlicher Eremiten nannte,... zum Dokument

Luther bittet Kurfürst Friedrich III. um Bestätigung der Ordnung des Gemeinen Kastens für die Stadt Leisnig

Datierung:
11. August 1523
Die kursächsische Stadt Leisnig hatte sich bereits früh der evangelischen Lehre zugewandt. Bis zum Ende des Jahres 1522 wurden viele altgläubige Bräuche abgeschafft und... zum Dokument

Auszüge aus Melanchthons „Summa“ (Epitome) an den Landgrafen von Hessen

Datierung:
1524
Philipp Melanchthons „Summa“ und die lateinische Originalfassung mit dem Namen „Epitome“ waren Bestseller. Die lateinische Version erschien 1524 in vier Drucken, die... zum Dokument

Nikolaus von Amsdorf dankt Friedrich dem Weisen für seine Entlassung nach Magdeburg.

Datierung:
11.8.1524
Bereits 1521 wurde in der Stadt Magdeburg lutherisch gepredigt und es kam zu Angriffen und Schmähschriften gegen Mönche und Geistliche. Obwohl der Rat zunächst eine... zum Dokument

Herzog Johann der Beständige dankt Landgraf Philipp für seinen Beistand für das Stift Großburschla während des Bauernkriegs und weist gleichzeitig dessen Anspruch auf eine Mitherrschaft über das Stift zurück

Datierung:
23. Dezember 152[5]
Das Kloster Großburschla wurde wohl im 9. Jahrhundert als Propstei (Eigenkloster) der Abtei Fulda gegründet und nach Zerstörungen im 12. Jahrhundert in ein Kollegiatstift... zum Dokument

Landgraf Philipp erbittet den Rat von Luther und Melanchthon zur Durchführung erster reformatorischer Maßnahmen in Hessen

Datierung:
September 1526
Der Brief an Luther und Melanchthon wurde von Landgraf Philipp in Eile und flüchtig zu Papier gebracht, deshalb sind manche Formulierungen ungelenk oder grammatikalisch... zum Dokument

Denkzettel Landgraf Philipps des Großmütigen zur Neuorganisation seines Territoriums im Sinn der Reformation

Datierung:
[Januar 1527]
Der „Denkzettel“ ist ein typisches Beispiel für Memorialschreibwerk: Ein Schriftstück, das als Gedächtnisstütze für den Schreiber oder seine Nachfolger, nicht zur... zum Dokument

Luther fordert von Kurfürst Johann von Sachsen die Durchführung der Kirchen- und Schulvisitation im ganzen Land und bittet darum, dass Karlstadt in Kemberg wohnen dürfe

Datierung:
22. November 1526
Erste kirchliche Visitationen lassen sich bereits weit vor der Reformationszeit nachweisen. Bei diesen handelte es sich um Besuche kirchlicher Amtsträger in den Gemeinden... zum Dokument

Vom „ärgerlichen Klosterleben“ und dem Gemeinen Nutzen. Aus der Schrift „Was der Durchleuchtige [...] Philipps Landtgrave zu Hessen etc.“

Datierung:
1527
Am 6. Dezember 1527 erschien bei dem Buchdrucker Johann Loersfeld, der sich eben erst in Marburg niedergelassen hatte, eine anonyme Schrift darüber, „Was der [...]... zum Dokument

Kaiser Karl V. befiehlt dem Rat der Altstadt Magdeburg unter Androhung der Reichsacht, sich der lutherischen Lehre und aller Aktionen gegen den katholische Klerus und Gottesdienst zu enthalten.

Datierung:
1. Juli 1527
Als am 8. Mai 1521 das Wormser Edikt auf dem Reichstag erlassen wurde, erhoffte sich Kaiser Karl V., damit der Ausbreitung der Lehren und Schriften Martin Luthers... zum Dokument

Landgraf Philipp befiehlt die Abschaffung der Bilder in sämtlichen Gotteshäusern

Datierung:
18. Oktober 1527
Der Befehl zur Abschaffung der Bilder gehört zum ersten Maßnahmenpaket, mit dem Landgraf Philipp die Reformation öffentlich in seinem Land einführte. Das Schreiben ist... zum Dokument

Verordnung von Landgraf Philipp über die Behandlung der Täufer und anderer Vereinigungen

Datierung:
[nach 1528 November 28]
Eine täuferische Bewegung entstand in Hessen nach dem Bauernkrieg. Entsprechend den unterschiedlichen Kommunikationsräumen, an denen die einzelnen Landesteile Anteil... zum Dokument

Landgraf Philipp von Hessen befiehlt, in allen Pfarreien des Landes ein Exemplar des in Marburger gedruckten Neuen Testaments anzuschaffen und öffentlich zugänglich aufzubewahren

Datierung:
1529 Januar 16
Gedruckte Bibelübersetzungen gab es schon vor Luther. Die bedeutendsten von ihnen entstanden in den Offizinen von Johannes Mentelin in Straßburg, Günther Zainer in... zum Dokument

Martin Luthers Bedenken gegen die Einladung Landgraf Philipps zum Marburger Religionsgespräch

Datierung:
23. Juni 1529
Den Entschluss, zwischen den Vertretern der oberdeutschen Reformation um Huldrych Zwingli in Zürich und der Wittenberger Reformation um Luther und Melanchthon ein... zum Dokument

Landgraf Philipp von Hessen legt das Personal- und Lehrprogramm sowie ein Stipendiensystem für die neu gegründete Universität Marburg fest (Auszüge aus dem Freiheitsbrief)

Datierung:
31. August 1529
Die ersten Universitäten entstanden am Ende des 12. Jahrhunderts in Italien (Bologna) und Frankreich (Paris); von hier aus verbreitete sich die Universitätsidee in ganz... zum Dokument

Die Marburger Artikel

Datierung:
4. Oktober 1529
Auf dem Speyrer Reichstag im April 1529, auf dem die evangelischen Stände erneut reichspolitisch bedrängt wurden und dagegen politischen Protest erhoben („Speyrer... zum Dokument

Landgraf Philipp übersendet Luther und dem kursächsischen Kanzler Brück die aus England zugestellten Unterlagen zur Scheidungssache König Heinrichs VIII. und bittet um ein Gutachten der Universität Wittenberg

Datierung:
16. September 1531
Die realisierte Fassung eines Textes (Ausfertigung) ist nur eine von mehreren Textmöglichkeiten; ein Konzept macht den zu ihr führenden Entscheidungsprozess,... zum Dokument

Ordination (Kirchenordnung) für die Stadt Wittenberg nach den Kirchenvisitationen von 1528 und 1533

Datierung:
1533
Mit dem Übergang der Stadt Wittenberg zum evangelischen Glauben sollten die neuen geistlichen Verhältnisse für zukünftige Generation festgeschrieben werden. Dafür sollte... zum Dokument

Landgraf Philipp wirbt bei Martin Luther um eine Verständigung mit den Oberdeutschen in der Abendmahlslehre

Datierung:
25. September 1534
Am 17. Oktober 1534 bestätigte Martin Luther Landgraf Philipp den Empfang eines Briefes, mit dem ihn der Landgraf gebeten habe, die Sache des Sakraments zu bedenken. Am... zum Dokument

Martin Luther unterstreicht seine Position in der Abendmahlfrage vor dem Kasseler Gespräch Melanchthons mit Bucer

Datierung:
17. Dezember 1534
Nach wiederholtem Drängen Landgraf Philipps, auf Grundlage der Stuttgarter Konkordie doch noch zu einer allgemeinen Einigung in der Abendmahlfrage zu kommen, hatte Martin... zum Dokument

Landgraf Philipp bittet Martin Luther, Philipp Melanchthon, Justus Jonas d. Ä., Johannes Bugenhagen in Wittenberg sowie die Marburger Theologen um ein Gutachten über die Täufer in Hessen

Datierung:
24. Mai 1536
„Mit Gott“ wollte Landgraf Philipp von Hessen Maßnahmen gegen die Täufer in seinem Land ergreifen. Die Kirchenhoheit sollte ihnen gegenüber durchgesetzt werden, daran... zum Dokument

Versorgung der in das Hospital Merxhausen übersiedelten Süstern des Schwesternhauses Immenhausen

Datierung:
8. Oktober 1537
Zu den geistlichen Einrichtungen, die mit der Reformation in Hessen vollständig verschwunden sind, gehört das Schwesternhaus Mergenhof (Marienhof) in Immenhausen. Schon... zum Dokument

Martin Luther erläutert Fürst Georg III. von Anhalt seine Vorstellungen über die künftige Verwendung der Bistümer, Stifte und Klöster

Datierung:
26. Oktober 1538
Mit der Einführung der Reformation erfuhr die Kirchenorganisation eine völlige Neuordnung. Nicht nur neue Behörden, wie beispielsweise Konsistorien, wurden eingerichtet,... zum Dokument

Bekenntnis des Täufers Jörg Schnabel über Taufe und Obrigkeit in der Disputation mit Martin Bucer

Datierung:
31. Oktober – 01. November 1538
Nachdem die Versuche Landgraf Philipps von Hessen, den Täufern in seinem Land mit Milde, aber Bestimmtheit zu begegnen, wenig erfolgreich blieben und ihre Lehren... zum Dokument

Luther rät Landgraf Philipp zur Vertreibung der Täufer aus Hessen

Datierung:
20. November 1538
Nachdem sich Martin Bucer vom 30. Oktober bis 1. November 1538 mit den in Marburg gefangenen Täufern auseinandergesetzt hatte, reiste er weiter nach Wittenberg, um dort... zum Dokument

Einführung des Ältestenamtes und der Konfirmation in die hessische Landeskirche (Ziegenhainer Zuchtordnung)

Datierung:
[1539]
Das Wort „Zucht“ besaß im vormodernen Sprachgebrauch die Bedeutung von Erziehung / Disziplin / Sanktion von Fehlverhalten / Sittsamkeit. Hierher gehört auch das Wort... zum Dokument

„Wittenberger Beichtrat“, mit dem Luther und Melanchthon dem Landgrafen beichtweise Dispens zu einer Nebenehe erteilen

Datierung:
10. Dezember 1539
Man könnte beinahe meinen, die Frage nach einer „evangelisch“ – will sagen: alttestamentlich – begründbaren Doppelehe habe sich wie ein roter Faden durch das Verhältnis... zum Dokument

Philipp Melanchthons „Epistel an den Landgrafen von Hessen“

Datierung:
1540
Philipp Melanchthons „Epistel an den Landgrafen von Hessen“ entstand eigentlich als Widmungsbrief zu seinem Kommentar über den Römerbrief des Apostels Paulus (Commentarii... zum Dokument

Entwurf zu einer kursächsischen Konsistorialordnung

Datierung:
1542
Der Speyerer Reichstagsbeschluss von 1526 gestand den Reichsständen zu, sich bis zu einem geplanten Konzil ihren Untertanen gegenüber in Religionsangelegenheiten so zu... zum Dokument

Empfehlungen Melanchthons zur Verbesserung der Universität Marburg

Datierung:
4. April 1546
Philipp Melanchthon, Wittenberger Universitätsprofessor, Wissenschaftsorganisator und Reformator, der als Bildungsreformer den Ehrennamen „Praeceptor Germaniae“ erhielt,... zum Dokument

Kaiser Karl V. verhängt die Reichsacht über die Altstadt Magdeburg

Datierung:
27. Juli 1547
Am 27. Juli 1547 erklärte Kaiser Karl V. der Stadt Magdeburg die Reichsacht und entzog ihr damit sämtliche Privilegien, was einen großen Schaden für die Stadt hervorrief.... zum Dokument

Bericht von David Gottschalk Höping über die gewaltsame Öffnung des Schreins der Hl. Elisabeth

Datierung:
Ca. 1670-1680
Die Reformation bedeutete auch eine einschneidende Zäsur im Umgang mit der Heiligen Elisabeth, der „Ahnfrau“ des hessischen Landgrafenhauses. Im Zuge des... zum Dokument
Bild: Ordenu[n]g eyns gemeynen kastens (Leisniger Kastenordnung), Titelblatt; Druck: Wittenberg
1523;
Forschungsbibliothek Gotha