Vorreformatorische Frömmigkeit

Das kirchliche Leben durchdrang um 1500 den Alltag der Menschen auf allen Ebenen der Gesellschaft. Gute Werke, tägliches Beten und die Einhaltung von Fastengeboten waren Ausdruck eines frommen Brauchtums und sollten zum ewigen Seelenheil verhelfen. Am Vorabend der Reformation ist einerseits eine Intensivierung des kirchlichen Lebens zu beobachten, wovon zahlreiche Bruderschaften, Wallfahrten, der Reliquienkult oder ein vermehrtes Stiftungswesen zeugen. Andererseits wurden etwa von Seiten der Humanisten vermehrt kritische Stimmen laut.


Dokumente

Johann Paris, Fiskalprokurator am Erfurter Generalgericht, berichtet Erzbischof Berthold von Mainz über sein Vorgehen gegen die Konkubinen der Geistlichen

Datierung:
11. Juli 1486
Ausgerechnet die vier angesehenen Generalrichter des Erfurter Generalgerichts hatten sich verdächtig gemacht, „dirnen“ bei sich im Haus zu haben. Dabei war es doch... zum Dokument

Ablassbrief Goswins von Orsoy, Präzeptor des Antoniter-Hospitals Lichtenburg, für Herzog Georg von Sachsen

Datierung:
1488
„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt.“ So soll der Ablassprediger Johann Tetzel (ca. 1460-1519) geworben und damit das Grundprinzip des... zum Dokument

Eintrag über die Priesterweihe von Johannes Tetzel in der Merseburger Weihematrikel

Datierung:
6. April 1493
Die vom 23. Dezember 1469 bis zum 5. März 1558 geführte Weihematrikel erfasst sämtliche geistliche Weihen im Bistum Merseburg und stellt dabei die älteste bekannteste... zum Dokument

Aufforderung des Kurfürsten Friedrichs III. von Sachsen an den Abt des Klosters Pforta, ihm Reliquien für seine Sammlung aus der des Klosters zu überstellen.

Datierung:
26.4.1514
Im Spätmittelalter waren Wallfahrten und Heiligenverehrung üblich. Da man sich Gott überwiegend als unnahbaren, strengen und richtenden Gott vorstellte, war die Verehrung... zum Dokument

Kraft von Bodenhausen, Statthalter zu Kassel, berichtet Landgräfin Anna von Hessen, dass der Ablasshandel in Kassel auf Weisung von Regierung und Stadt unterblieben ist

Datierung:
14. April 1517
Ablasskritik gab es schon lange vor Luther. Sie hatte sehr unterschiedliche Gründe: Theologische Vorbehalte, Skepsis gegenüber den immer umfangreicher werdenden... zum Dokument

Beichtbrief aus der Ablasskampagne des Erzbischofs Albrecht von Mainz, ausgestellt auf den Fritzlarer Schöffen Cyriak Iring und seine Ehefrau Eila

Datierung:
20. Mai 1517
Mehr als zwei Drittel der 95 Thesen Martin Luthers beschäftigen sich mit dem Problem des Ablasses. Auslöser für Luthers Kritik war eine Ablasskampagne des Erzbischofs von... zum Dokument

Landgraf Philipp befiehlt die Abschaffung der Bilder in sämtlichen Gotteshäusern

Datierung:
18. Oktober 1527
Der Befehl zur Abschaffung der Bilder gehört zum ersten Maßnahmenpaket, mit dem Landgraf Philipp die Reformation öffentlich in seinem Land einführte. Das Schreiben ist... zum Dokument

Versorgung der in das Hospital Merxhausen übersiedelten Süstern des Schwesternhauses Immenhausen

Datierung:
8. Oktober 1537
Zu den geistlichen Einrichtungen, die mit der Reformation in Hessen vollständig verschwunden sind, gehört das Schwesternhaus Mergenhof (Marienhof) in Immenhausen. Schon... zum Dokument

Bericht von David Gottschalk Höping über die gewaltsame Öffnung des Schreins der Hl. Elisabeth

Datierung:
Ca. 1670-1680
Die Reformation bedeutete auch eine einschneidende Zäsur im Umgang mit der Heiligen Elisabeth, der „Ahnfrau“ des hessischen Landgrafenhauses. Im Zuge des... zum Dokument
Bild: Silberne Kreuzreliquie mit Stücken vom Tischtuch des letzten Abendmahls, aus: Lucas Cranach d.
Ä. „Dye zaigung des hochlobwirdigen hailigthums der Stifftkirchen aller hailigen zu wittenburg“,
Wittenberg 1509, S. 78; Bayerische Staatsbibliothek (VD16 Z 250)